Landschaftspark und Hofgut
Imsbach Lapointe

                                                                    

Freitreppe des Hofhauses

Freitreppe des Hofhauses

Neben den beiden Leitzielen "Natur schützen – Leben bewahren – Zukunft sichern" und "Lebensräume wieder herstellen" hat sich die NLS und die ÖFM auch das Leitziel "Historisches erhalten" zur Aufgabe gemacht. Es steht bei der Realisierung des Landschaftsparks Hofgut Imsbach im Vordergrund. 

 

Mit seinem Baumbestand und seiner in Ansätzen noch erkennbaren Park- und Gartengestaltung ist das Hofgut Imsbach ein repräsentatives Beispiel für eine gutsherrliche Anlage des frühen und mittleren 19. Jahrhunderts.

Napoleon Bonaparte

Napoleon Bonaparte hatte das Hofgut Imsbach 1812 samt Ländereien seinem Reiteroberst Charles Louis Narcisse Lapointe geschenkt, der die Gebäude erweiterte und einen Landschaftspark anlegte. In Vorformen existierte das Hofgut bereits seit dem Hochmittelalter. Das Hofgut ging 2006 in den Besitz der NLS und ihrer Tochtergesellschaft ÖFM über. Die Stiftung belebte den historischen Landschaftspark behutsam wieder und nutzt die landwirtschaftlichen Flächen naturverträglich. 

Drei Spatzen auf dem Dach

Drei Spatzen auf dem Dach

 

Der Landschaftspark

 Große Teile der umliegenden Hofflächen wurden bis vor wenigen Jahren noch intensiv als Acker und Viehweide genutzt. 2007 haben die NLS und die ÖFM damit begonnen, auf dem Hofgut und seiner Umgebung sukzessive einen Landschaftspark im englischen Stil des 19. Jahrhunderts zu rekonstruieren und die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude zu renovieren.

 

Die Umgestaltung der umgebenden Flächen in einen Landschaftspark orientiert sich an den Vorstellungen einer sogenannten »Ferme ornée (auch Ornamental Farm genannt), einem Begriff aus der Gartenbaukunst, nach der die landwirtschaftliche Nutzung unter ästhetischen Gesichtspunkten eng mit der Park- und Gartengestaltung kombiniert wird. Landschaft und Landwirtschaft stellen eine Einheit dar und ergänzen sich harmonisch. Besondere Bedeutung kommt den Sichtachsen zu, die immer wieder den Blick in den Landschaftspark freigeben. Eindrucksvoll kann man das vom Belvedere erleben, einem Dachaufsatz auf dem First des Herrenhauses. Von der gläsernen Aussichtsplattform hat man einen wunderbaren Blick über verschiedene Sichtachsen in den Landschaftspark.

 

Die fünf Grundprinzipien des Landschaftsparks:

 

  1. Die Weidewirtschaft mit vom Aussterben bedrohten alten Haustierrassen wie z.B. dem Hinterwälder Rind bildet das Rückgrat der Flächennutzung.
  2. Waldinseln ergänzen als Hute- und Bauernwälder die Weidelandschaft.
  3. Hecken und Rabatte dienen als formale und ornamentale Gestaltungselemente.
  4. Die Imsbachpromenade erschließt als Rundweg den Landschaftspark.
  5. Besonderer Orte, wie z. B. die Gutskapelle, Sitznester etc., werden entlang der Imsbachpromenade in Szene gesetzt.
Imsbach-Promenade

Imsbach-Promenade

Imsbach-Promenade über den Imsbach

Imsbach-Promenade über den Imsbach

Allee nach Selbach

Allee nach Selbach

Imsbach Promenade im Frühjahr

Imsbach Promenade im Frühjahr

Als gestalterische Elemente und zur Gliederung der Landschaft wurden Hunderte von Bäumen gepflanzt, wurden Alleen angelegt und vorhandene, stark eingewachsene alte Alleen wieder freigestellt. Zur Erschließung des gesamten Parks wurde die Imsbachpromenade, ein etwa 4,5 Kilometer langer Rundweg, um das Hofgut gebaut, von dem man immer wieder herrliche Ausblicke in die schöne Schaumberg-Landschaft genießen kann. Der Weg führt vorbei an stehenden und fließenden Gewässern, Baum-Alleen und Waldinseln, Wiesen und Weideflächen, aber auch zu kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten wie der kleinen Kapelle des Hofguts. 

Weidewirtschaft mit alten Haustierrassen

Stall mit Hinterwälder Rindern

Stall mit Hinterwälder Rindern

Stallungen

Stallungen

Rückgrat der Flächennutzungen ist die Weidewirtschaft.

 

Dazu wurden die früher intensiv genutzten Ackerflächen in Wiesen und Weiden umgewandelt. Der gesamte landwirtschaftliche Betrieb, die Weide- und Grünlandwirtschaft, wird von der Imsbach Verwaltungs- und Entwicklungsgesellschaft (IVEG), einer 100 prozentigen Tochter der ÖFM, organisiert.

 

Hinterwälder auf der Weide

Hinterwälder auf der Weide

 

 

Auf der Grundlage einer Ökokonto-Maßnahme der ÖFM zur Kompensation des „Industrie- und Gewerbeparks BAB 1“ der Gemeinde Tholey wurden die Flächennutzungen auf rund 180 Hektar neu strukturiert und neu ausgerichtet.

Geschichte des Hofguts

Eckturm

Eckturm

Hofgut Imsbach

Hofgut Imsbach

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde die Siedlung "Imsbach" im Jahr 1310, als Herzog Ferry von Lothringen seinen Vasallen Arnold von Sierck unter anderem mit der Imsbach belehnte. (Nach Naumann, Johannes: "Das Hofgut Imsbach", unveröffentlichtes Gutachten im Auftrag der ÖFM, Januar 2008

 

Der Begriff Hofgut Imsbach tauchte erstmals 1585 auf, als die infolge von Pestepidemien wüst gefallene Siedlung zu einer Hofsiedlung ausgebaut wurde.

 

Seine Blütezeit erlebte das Hofgut in der napoleonischen Ära zu Beginn des 19. Jahrhunderts, nachdem Napoleon Bonaparte das Gut 1812 seinem Colonel de Cavallerie Charles Louis Narcisse Lapointe als Auszeichnung für seine besonderen Verdienste geschenkt hatte. Lapointe baute die Gebäude und die Hofanlage weiter aus. Das Hofgut blieb bis  im Besitz der Familie Lapointe. 

1953 ging das Hofgut in Staatsbesitz über und wurde bis 1965 als  Jugend-Justizvollzugsanstalt genutzt.

 

 

Danach wurde es an Landwirte verpachtet. 1987 wurde es zum saarländischen Ökologiezentrum (Stiftung) ausgebaut.  

 

2004 wird es in "Stiftung Natur und Mensch Saarländisches Ökologie Zentrum Hofgut Imsbach" umbenannt.

2006 ging das Hofgut schließlich mit seinen unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden und den umliegenden Hofflächen in das Eigentum der Naturlandstiftung Saar und ihrer Tochtergesellschaft Naturland Ökoflächen Management GmbH über.

Die Gutskapelle

Die Geschichte der Gutskapelle ist eng verbunden mit der Geschichte des Hofguts. Sie wurde 1905 von Bertha Wilhelmine Lapointe, der letzten Vertreterin der Familie Lapointe auf dem »Hofgut Imsbach«, für ihren verstorbenen Gatten Louis Albert errichtet. 1929 wurde auch die Witwe selbst in der Gruft der Kapelle beigesetzt. Ebenso wurden die sterblichen Überreste des ersten Lapoints, Charles Louis Naracisse, vom Friedhof in Theley in die Kapelle überführt. Das über 100 Jahre alte Bauwerk wäre dem Verfall preisgegeben gewesen, hätte sich nicht auf Initiative von Dr. Rainer Wicklmayr, dem Ehrenvorsitzenden der NLS, der »Förderverein der Freunde der Gutskapelle Imsbach« gegründet, der die Kapelle denkmalgerecht saniert hat. So wurden das Schieferdach in alter Technik erneuert, die beschädigten Jugendstilfenster restauriert, die Holztäfelung im Innenbereich aufgearbeitet, der Altar aus Sandstein instand gesetzt, die Farbe des Innenputzes originalgetreu erneuert und der Kapellenvorplatz vergrößert und neu gestaltet. Außerdem erhielt die Kapelle eine neue Beleuchtung. Hinter dem Altar, an der Stelle, an der ursprünglich das Kreuz hing, springt dem Besucher ein neu gestalteter Lebensbaum ins Auge – Symbol fruchtbaren Lebens. Zwar finden in der profanierten Kapelle keine Gottesdienste mehr statt, aber sie wird sehr rege als Außenstandesamt der Gemeinde Tholey genutzt. Im Jahr 2011 wurden allein 79 Ehen der insgesamt 111 standesamtlichen Eheschließungen in der Gemeinde Tholey in der Gutskapelle auf dem Hofgut Imsbach geschlossen!

Gutskapelle

Gutskapelle

Narzissenwiese, im Hintergrund die Gutskapelle

Narzissenwiese, im Hintergrund die Gutskapelle

Waldschafe auf dem Kapellenberg

Waldschafe auf dem Kapellenberg

Trauzimmer in der Gutskapelle

Trauzimmer in der Gutskapelle

Das Hofgut Imsbach verfügt auch über ein modernes Tagungs- und Kongresszentrum mit Hotel- und Restaurationsbetrieb sowie ein Büro der Saarländischen Naturwacht.

Seeterrasse

Seeterrasse

Narzissenwiese mit Blick auf den Biergarten

Narzissenwiese mit Blick auf den Biergarten